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Mein Buch des Lebens                                                                   Kindertage




Mein Buch des Lebens,
sollte ich es voll Ehrlichkeit schreiben,
würde sicher nicht ein Buch mit
leeren Seiten bleiben.
Zu viel erlebt,
zu viel gesehen,
in die Richtung Abenteuerroman
würde es wohl gehen.
.
Doch auch einen Liebesroman
könnte man darin finden, würde ich es mit all
den erlebten Gefühlen binden.
Ein Krimi voll Spannung
vor großen Taten, würde euch dann wohl
in diesem Buch erwarten.
.
Auch ein Schicksalsroman käme
in ihm sicherlich vor,
dort, wo ich in meinen
Leben die Hoffnung verlor.
Manche Seiten wären wohl
aus feinsten reinen Leinen,
andere verschmutzt von Tränen,
musste ich doch auch oft
in meinem Leben weinen.
.
Manche Seiten wären wohl
in geschwungenen Lettern geschrieben,
andere wieder ohne
Harmonie der Worte leer geblieben.
Manche vielleicht auch
mit meinem Blut vermischt, dann, wenn das Buch
von meiner verletzten Seele spricht..

Dann ein Kapitel voll mit Reimen,
voller schönster Poesie,
das sind die schönen Erinnerungen,
denn die vergisst man nie.
Die Einzigarten der vier Jahreszeiten
wären heraus zu lesen,
denn in jeder von ihnen
bin ich schon in meinem Leben gewesen.
.
Ein Stück der Bibel,
eine Erzählung vom Glauben,
ja, auch vielleicht,
doch oft auch hat mein Glaube
an mich selber nicht zu Höherem gereicht. 
Dann findest du einen Knick
in des Buches Seiten, ließ ich mich doch oft
genug von der Unvernunft leiten. 
Andere Seiten wären wohl
herausgerissen, denn was dort stand
würde ich nicht vermissen. Worte, die lieber
nicht gesagt gewesen, hättest du wohl
auf diesen Seiten gelesen..

Doch ein Kapitel wäre ganz in goldenen
Buchstaben beschrieben in diesem Band, daran würdest du erkennen,
dass ich einst in meinem Leben
auch die große Liebe fand.
Sie steht in diesem Büchlein ganz vorne,
an erster Stelle gleich,
und sie allein macht das Buch des Lebens
in seinem Inhalt so reich.










Sag, weißt du noch wie wir an Kindertagen,
träumend in der Sonne lagen?
Wie unbeschwert wir über Felder liefen
und überhörten wenn die Eltern riefen.
Dort unten am Fluss, er ist noch da,
wir fröhlich planschten, wunderbar.
Äpfel pflückten, Pflaumen aßen
und dabei meist die Zeit vergaßen.

Wie lustig war die Ferienzeit,
zu jedem Streich wir stets bereit.
Hat manch Vergnügen uns gebracht,
ach was haben wir gelacht.
Damals als die Erdbeeren wild noch sprossen,
haben wir jeden Tag genossen.
Trugen sie der Mutter stolz nach haus,
sie kochte dann Gelee daraus.

Langeweile haben wir nicht gekannt,
sind fröhlich über Feld und Wiesen gerannt.
Spielten Fußball und Verstecken,
ab und zu auch Mädels necken.
Rot die Wangen, gesund die Haut,
so haben Kinder damals ausgeschaut.
Immer draußen, stundenlang
bis uns rief der Kirche Abend Klang.

Dann nach hause, wie der Wind
wieder mal zu spät wir sind.
Doch Mutter niemals böse war;
wenn sie unser schelmisch Lächeln sah.
Unterwegs wir stets noch Blümlein pflückten,
und uns lieb' Mütterlein damit beglückten.
Noch heute ich ihr Lächeln sehe,
wenn ich auf dem Pfad der Kindheit gehe.

Schmutzig wie es nur Kinder sind
schruppte sie uns dann ab geschwind.
Unser Mündlein stand dabei nie still,
weil man doch erzählen will.
Danach gemeinsam saß man noch zu Tisch,
Mutters Brot stets groß und frisch.
Die Butter noch vom Bauer war,
das schmeckte einfach wunderbar.

Später saß Mama noch am Bett zum Nachtgebet
nun waren wir müde, es wurd' meist spät.
Glücklich schliefen wir dann ein
so schön wird's wohl nie wieder sein.
Wir träumten von Abenteuern die wir erlebt,
sind mit Peter Pan hoch über Nimmerland geschwebt.
Mit Jim Knopf um die Welt gereist,
und wussten das das Männlein im Walde Rumpelstielzchen heißt.

Haben Rotkäppchen sicher zur Großmutter gebracht,
und über Struwwelpeters Dummheit gelacht.
Haben Dornröschens Hecken zerschnitten,
und sind mit Robin Hood um die Wette geritten.
Ja im Traum haben wir Cinderellas Schuh gefunden,
Hänsel und Gretel versüßt die einsam Stunden.
Schneewittchen von der Hex' erlöst,
und mit der faulen Pechmarie, im Grase vor uns hingedöst.

Ja wir hatten sie noch, der Kindheit Fantasie
Fernseher gab's bei uns fast nie.
Wir haben uns alles selber ausgedacht,
uns unseren eigenen Abenteuerfilm gemacht.
Und wenn morgens wir dann aufgewacht
haben wir uns von neuem auf den Weg gemacht.
Vorm Fenster schon die Freunde riefen,
auf zu neuen Abenteuern wir dann liefen.

Die Kindheit, ach wie lang ist's her,
wenn ich einmal nur noch ein Bengel wär.
So herrlich frei, so frisch und jung.
Was bleibt ist die Erinnerung. 




Schaukelstuhl


                        Das Glück

 


"Schaukelstuhl"

Ich stehe vor dem alten Häuschen,
in dem ich Stunden voller Glück verbracht.
Leer steht es nun, was mich traurig macht.
Leise knarrt die Tür, kein Gruß
der mich willkommen heißt.
Auch der Garten um mich herum, scheint längst schon verwaist.

Ich trete ein in die Erinnerung,
dunkel ist es, dort wo einst Harmonie hat gestrahlt.
Nur ein kleiner Lichtstrahl ein Muster an die alten Wände malt.
Langsam meine Schritte, meinen Atem ich höre.
Angst habe, dass ich im Weitergehen das Bild in mir zerstöre.

Nun stehe ich in der guten Stube,
dort wo einst soviel Leben war.
Und dann sehe ich ihn, ja er ist noch da!
Meine Hände streicheln ihn, ich setze mich nieder
und dann, ja dann spür' ich dich wieder.

Ich schließe meine Augen, wippe still vor mich hin,
dort in Großmutters alten Schaukelstuhl.
Grad so als säße sie mit drin.
Harmonisch das Wippen, das sanfte Hin und Her
beruhigend wie früher, grad
als ob ich noch auf Omas Schoße wär'.

Wie viele Stunden hab' ich hier damals
in meiner Kindheit verbracht.
Großvater hatte dir diesen Stuhl zur Entspannung gemacht.
Hier fand ich Trost in deinen Armen,
wiegtest mich harmonisch aus manchem Kummer so oft,
hier ab' ich geträumt, geweint und gehofft.

Bist mir wieder nah, so wie einst.
Ein Lächeln umspielt meine
Lippen.
Könnt ewig so in der Erinnerung wippen.
Hier hast du mir erzählt soviel
aus deinem Leben,
mir manchen guten Rat gegeben.

Ja ich rieche sogar noch Opas
Pfeifen Duft, der abends zog durchs ganze Haus.
Du liebtest ihn, machtest dir nichts daraus.
Alles das zusammen, dieses Gefühl
vergesse ich wohl nie,
vermittelte mir ein Bild voller Harmonie.

Hier auf diesem Platze ich dich wieder fand,
bist nie so ganz von mir gegangen.
Die Harmonie der Kindheit hat die Zeit in diesem Stuhl eingefangen.
Seltsam getröstet erhebe ich mich nun,
der Stuhl aber schaukelt noch heiter.
Bist du das Großmutter, schaukelst du dort weiter?

Willst du mir sagen, sie steht nicht still die Zeit?
Mich trösten und mir sagen weine nicht mein Kind:
Weil schöne Erinnerungen auf ewig sind?
Ja mir ist fast als höre ich deine liebe Stimme,
wie sie mir zum Abschied "Kopf hoch" leise sagt.
Und mit diesen Worten hab ich den Blick in die Zukunft ohne Trauer dann gewagt.

Und wenn ich doch mal wieder traurig bin,
dann kehre ich zurück hier hin.
Denn dort in deinem alten Schaukelstuhl ja da fühle ich sie,
deine Liebe und die vielen Stunden, verbracht in schönster Harmonie.


Heute fragte mich mein Töchterlein,
sag Mama, was mag das wahre Glück wohl sein?
Ich lächelte sie an,
nahm sie auf meinen Schoss,
ihre Augen waren vor Erwartung schon ganz groß.
Mama ist das Glück wohl Geld,
oder Frieden auf der Welt?
Oder vielleicht ein reicher Mann,
der mir mal alles bieten kann?


Gibt das Glück denn auch zu kaufen,
kann man hinter her ihm laufen?
Sie fing an sich auf meinem Schoss zu winden,
nun sag schon Mama, ich möcht es finden.
Ich stand auf,
nahm sie mit raus in den Garten,
sagte ihr dort, würde
das Glück auf sie warten.
Voller Erstaunen fragte sie Hier?
Ich kniete mich nieder
und erklärte es ihr.


Kein Gut und kein Geld kann dir geben,
was du kannst in diesem Garten erleben.
Schau mal, siehst du dort die Vöglein?
Sie sagte na klar,
ich meinte sei glücklich, denn könntest du nicht sehen,
sie wären nicht da.
Hörst du ihr zwitschern, ihr jubilieren?
Ja ich höre es Mama,
ich sagte sei glücklich, denn könntest du nicht hören,
nur Stille wäre da.


Ich ließ sie an einer Rose riechen,
tief zog sie ein den süßen Duft
ja mein Schatz auch das ist Glück,
denn könntest du nicht riechen
wie öde wär die Luft.
Und nun nehme auf in dir das ganze Bild
die Sonne die Blumen
die Tiere die Reben
das mein Schatz,
das ist das Leben.
Darin, in jedem einzelnen Stück,
liegt ein kleiner Teil vom Glück.


Nur haben so viele auf der
Suche die Orientierung verloren,
sehen Glück nur noch in Gut und Geld,
haben dabei die Augen verschlossen,
laufen blind oft durch die Welt.


Ein Lächeln trat auf ihr Gesicht,
ich aber Mama, sehe was,
das siehst du nicht.
Erstaunt blieb ich vor ihr stehen,
da sagte sie,
ich kann mich in deinen Augen sehen.
Ja meinte ich, nahm sie in den Arm,
nun hast du es gefunden,
mir wurde ganz warm.
Das, was sich in meinen Augen spiegelt,
das was noch übrig bliebe.
Das ist das größte Glück mein Kind,
das ist die Liebe.