Sie stand auf einmal da. Mitten auf der Autobahn. Nackt, schmutzig, verstört!
Laura-Das Mädchen aus dem Nichts VÖ 2019

 Der Regen schlug hart gegen die Windschutzscheiben ihres Audis. Andrea Kiewitz stellte die Scheibenwischer an und suchte im Radio nach HR3. Hoffentlich gibt es nicht noch einen Stau unterwegs, dachte sie gähnend. Ihr letzter Fall hatte sie viele schlaflose Nächte gekostet und sie wollte nur noch nach Hause in ihr Bett. Sie brauchte noch ungefähr eine halbe Stunde bis nach Wiesbaden. Kurz schaute sie in den Spiegel ihrer Sonnenblende. Gütiger Gott, dachte sie erschrocken und wischte sich die strähnigen blonden Haare aus der Stirn. Wie sah sie bloß aus? Die Müdigkeit hatte ihr tiefe Ränder unter die Augen gemalt und ließ sie gestresst und müde erscheinen. Aber das war sie im Grunde ja auch. Andrea seufzte. Sie brauchte Urlaub. Unbedingt! Der warme Sommer Regen ließ so schnell nach, wie er gekommen war, und Andrea überlegte, ob sie noch kurz bei Achmeds Döner Laden vorbeifahren sollte, als sie nun lautes Magen Knurren vernahm. Im Geiste hörte sie ihre Mutter schon besorgt darüber, dass sie viel zu unregelmäßig und ungesund essen würde. Aber sie war nun mal nicht die Frau, die Stunden am Herd verbrachte, war der Döner Laden doch so nah. Die nächste Ausfahrt musste sie raus,wenn sie noch in Wallau Halt machen wollte. Sie konnte sich auch direkt in Wiesbaden einen Döner holen, doch Achmed machte einfach die Besten!



Auf der A66 herrschte reger Verkehr und irgend so ein Vollidiot hinter hier, machte Anstalten sie zu überholen. Wobei sie nun wirklich nicht gerade langsam fuhr. Der BMW Fahrer hupte kurz als er an ihr vorbei fuhr und frivol seine Zunge über seine Lippen fahren ließ. Andrea grinste ihn süffisant an und streckte ihm den Mittelfinger entgegen. Idiot!  Kaum hatte sie das Wort zu Ende gedacht, bremste der BMW abrupt, schleuderte, verlor die Kontrolle und knallte mit aller Wucht gegen die Leitplanken. Andrea umklammerte erschrocken ihr Lenkrad, als sie nun ebenfalls hart auf die Bremse trat. Gott sei Dank waren die folgenden Autos weit genug hinter ihr, sodass es zu keiner Massen Karambolage kam. Halb hing sie über ihrem Lenkrad und dachte, sie träume, als sie nun langsam den Kopf hob und sah, weswegen der Mann im BMW so abrupt gebremst hatte. Mitten auf der Autobahn stand ein Mädchen. Ein nacktes, verdrecktes Mädchen! Was zur Hölle...? Andrea griff panisch zu ihrem Handy und wählte die ihr so gut bekannte Nummer. Es waren Sekunden, doch es kam ihr wie Minuten vor, bis am anderen Ende abgehoben wurde. „Mark“,sprach sie wie traumatisiert,“ schicke bitte einen Krankenwagen, kurz vor der Ausfahrt nach Wallau, ein Unfall Opfer. Und ein nacktes Kind auf der Straße!“ „Ein was??“kam es ungläubig zurück. Andrea öffnete die Autotür. „Frag nicht Mark. Kommt einfach, schnell!“ 

An der Haltung des Kopfes des BMW Fahrers, sah Andrea, dass hier jede Hilfe zu spät kam, und so ging sie direkt auf das ungewöhnliche Mädchen zu, das immer noch unbeweglich mitten auf der Fahrbahn stand. Ungewöhnlich war auch ihr starrer Gesichtsausdruck, ohne jegliche Regung, nichts an ihrem kleinen Körper schien zu leben. Andrea  rannte nun fast auf das etwa zwölfjährige Mädchen zu, von dem sie nur denken konnte, dass es wohl unter Schock stand. Irgendwie erinnerte sie die Kleine an Anne von Green Gable, diese Serie, die sie als Kind so  gerne geschaut hatte. Das aparte Gesicht mit den vielen Sommersprossen darauf, sowie auch das auffallende dicke, rote und lange Haar. Welches aber bei genaueren hinsehen, genauso verdreckt war, wie das Kind selber. Auch als Andrea nun direkt vor dem Kind stand und sich zu ihm herunter beugte, kam keine Reaktion. "Hallo Kleine," sprach Andrea sie nun an," ich bin Andrea Kiewitz. Wie kommst du  hier her? Und  warum bist du nackt? Geht es dir gut?" Nichts! Kein Blick Kontakt, absolut keine Regung bei dem Kind! Das gibt es doch gar nicht,dachte Andrea und griff zu dem verschmutzten Arm des Kindes. Sie musste sie zumindest von der Straße runter bringen. Doch als sie bemerkte, dass das Mädchen ihrer Aufforderung mitzukommen nicht befolgte, hob sie das zarte Häufchen Elend einfach hoch und trug sie an den Seiten Streifen. Es wehrte sich auch hier nicht und hing steif in Andreas Arm. Als Andrea sie absetzte, stellte sie  fest, dass die rechte Hand des Kindes fest zur Faust geschlossen war. Seltsam!   Sie ergriff die Hand des Kindes und  versuchte leicht die Faust zu öffnen:"Was hältst du da so krampfhaft fest?" fragte sie die Kleine, doch das hätte sie lieber lassen sollen!   Total unerwartet öffnete das Mädchen im selben Moment ihren Mund zu einem bis ins Mark erschütterten, monotonen Schrei, ohne auch nur eine Mine dabei zu verziehen. Sogar während dem Schrei, der Andrea an eine Szene aus einem Horror Film erinnerte, blickten ihre Augen starr  geradeaus. Erschrocken ließ Andrea die Hand des Mädchen los, und sofort setzte wieder Stille ein. Seltsam, dachte sie und war froh, als sie nun von Weitem das  Martinshorn des Krankenwagens vernahm. Während die Sanitäter zum Unfallwagen liefen, parkte Mark direkt am Seitenstreifen, wo Andrea schützend das nackte Kind umschlungen hatte und Mark zurief, dass er eine Decke aus dem Krankenwagen holen sollte. Verstört schaute Mark auf das ungewöhnliche Bild, das Andrea und dieses nackte, verschmutzte Kind abgaben. Mark Wiegand, Neununddreißig Jahre alt, Kriminalkommissar ,wischte sich die dunklen Haare aus der Stirn, als er mit zügigen Schritten auf den Krankenwagen zuging. Die Türen des Wagens standen offen und seine grüngrauen Augen suchten nach einer Decke. Der Tote wird keine mehr brauchen,dachte er , als er hastig zu der Decke griff, die auf der Trage lag. Andrea sah auch schon mal besser aus, stellte er fest als er nun direkt vor ihr stand, und dachte an ihre kurze Affaire vor drei Jahren, die an Andreas Gefühlskälte aber schnell wieder starb. Er hatte sie wirklich geliebt. Aber jetzt ist absolut keine Zeit für solchen Gedanken, dachte er und beeilte sich, das  Mädchen in die Decke zu packen. Es war zwar warm an diesem Tag im Juli, aber zumindest die Würde des Kindes sollte bewahrt, und ihre Nacktheit verdeckt werden.

Er schaute zu Andrea:“ Hast du irgend etwas aus ihr heraus bekommen, Drea?“ Andrea schüttelte den Kopf: „Nein Mark, kein Wort. Ich kann mir das alles nicht erklären. Wie kommt ein nacktes Kind mitten auf die Autobahn?“ Mark sah nun auch die geballte Faust des Mädchens und machte Anstalten, diese zu öffnen. Erschrocken zuckte er zurück als Andrea unerwartet seinen Arm von dem Mädchen fortriss. „Bloß nicht , Mark! Sie rastet vollkommen aus, wenn man auch nur versucht ihre Faust zu öffnen!“ „Seltsam,“ meinte Mark und winkte einen der Sanitäter zu sich. „Klaus, ruft bitte einen Leichenwagen für den verstorbenen Autofahrer und bringt die Kleine in die Uniklinik. Ich möchte dass sie von Kopf bis Fuß untersucht wird! Äußerlich scheint sie jedoch unverletzt zu sein. Ich komme mit Andrea nach und wir werden auch einen Kinder Psychologen hinzuziehen. Aber erst mal muss das Kind von den ganzen Gaffern weg gebracht werden." Wütend schaute er zu den immer mehr werdenden Autofahrern, die nichts besseres zu tun hatte, als diese Situation mit dem Handy aufzunehmen um sie später stolz auf ihren Social Media Plattformen zu präsentieren, gierig nach Likes für ihr Ego. Mark ekelte so etwas regelrecht an. Wütend vertrieb er die Menge und forderte sie auf weiterzufahren. Dann griff er zu seinem Handy und rief auf der Wache an. „Hans, Mark hier. Sei doch bitte so gut und suche mir die Vermissten Meldungen durch. Etwa zwölfjähriges, zartes Mädchen, lange rote Haare, Sommersprossen.“ Hans versprach sofort anzurufen wenn er was gefunden hatte und Mark sprach zu Andrea:“ Komm, lass uns fahren,oder hast du was wichtiges vor?“ Andrea verabschiedete sich von dem Gedanken an Döner, Couch und Fernseher und winkte müde ab:“ Nein, nichts was nicht warten kann. Fahren wir.“ Sie schauten noch, ob im Krankenwagen alles in Ordnung und das Kind ruhig war, dann ging jeder zu seinem Auto und sie fuhren los Richtung Uni Klinik.


Nachdenklich schaute Andrea auf das Heck von Marks Dienstwagen vor ihr. Verdammt, es tat noch immer weh! Und doch hatte sie sich damals nicht anders entscheiden können. Ihre Gedanken gingen nun jedoch zurück zu diesem Mädchen. Irgendjemand müsste dieses Kind ja vermissen und sie war gespannt auf Klaus' Recherche bezüglich der Vermissten Meldun­gen. Auch würde es sie interessieren, ob hier ein sexueller Missbrauch vorlag. Aber das würden die Ärzte ja raus finden, wenn dem so sei. Nach zwanzig Minuten erreichte sie die Uniklinik und verlor Mark bei der Parkplatz Suche aus den Augen. Kurz darauf sah sie ihn jedoch im Foyer des Krankenhauses wieder, wo er telefonierend an einen Pfeiler gelehnt stand , Andrea erblickte und zu sich winkte. Er steckte seufzend sein Handy in die Hosentaschen. „Das wird immer seltsamer,“ wandte er sich nun Andrea zu,“ es liegt keine Vermisstenanzeige vor, die auch nur annähernd auf das Mädchen passen könnte!“ Andrea sah ihn erstaunt an: „Das gibt es doch gar nicht! Irgendjemand muss dieses Kind doch vermissen!“ Mark zuckte mit den Schultern. „Sollte man meinen, ja, aber lasse uns erst mal abwarten, was die Ärzte feststellen werden. Dr.Römer wird sich bei uns melden wenn er mit den Untersuchungen fertig ist. Bezüglich der geschlossenen Faust habe ich ihn vorgewarnt.“ Er legte Andrea nun  einen Arm um die Schultern und zog sie mit sich. „Komm, lasse und erst mal einen Kaffee trinken und was zu essen könnte dir auch nicht schaden.“ meinte er lächelnd, als er Andreas lautes Magen Knurren vernahm. Andrea stimmte zu, im Moment konnten sie sowieso nicht viel Anderes tun, als zu warten. Dr. Römer betrat das Untersuchungszimmer, in dem Schwester Carola schon auf ihn wartete. Ihr war nicht wohl, so alleine mit diesem sonderbaren Mädchen, welches stocksteif auf der Untersuchung Liege saß. Noch nicht mal, als Carola diesen kleinen Körper von seinem Schmutz befreite, gab die Kleine irgend einen Laut von sich. Starr blickte sie auch jetzt geradeaus, als Dr. Simon zu ihr hin trat. Mitleidig sprach er sie an: „Na, meine Kleine, was ist dir denn passiert?“ „Sie spricht nicht, Doc.“ kam die Antwort von Schwester Carola. „Und sucht auch keinen Augenkontakt.“ Michael Römer ging um die Liege herum, äußerlich ließ sich an der Kleinen nichts feststellen. Noch nicht mal einen blauen Fleck! Nachdem der gröbste Schmutz entfernt war, wurde sichtbar, wie sonderbar doch die Haut dieses Kindes war. Weiß, glatt, fast wie aus Porzellan. So sah kein Kind aus, das in asozialen familiären Verhältnissen lebte. Es war, als säße hier eine kleine Prinzessin, der man einfach einen Eimer Gülle über geschüttet hatte. Die Fingernägel waren gepflegt, wenn auch momentan schmutzig. Dasselbe mit ihrem prachtvollen Haar. Noch nicht mal Ohrenschmalz konnte er entdecken. Sonderbar, dachte er und zog dem Kind eine Manschette über den Arm um ihm eine Blutprobe zu entnehmen. Das Mädchen zuckte noch nicht einmal beim Einstich zusammen. „War der Gynäkologe schon da?“, fragte er die Schwester. Carola nickte: „Ja Doc, negativ.“ Der Arzt reichte ihr nun die Blut Röhrchen. „Sagen sie denen unten bitte Bescheid, dass sie diese Probe bitte vorziehen sollen und mir dann gleich Bescheid geben, sollten sie etwas Außergewöhnliches feststellen. Carola nickte und verließ das Untersuchungszimmer. Doktor Römer starrte hilflos auf das Kind. Er konnte sich hier nur einen Schock vorstellen. Aber dass das Mädchen null Augenkontakt suchte, deutete auch auf eine Art Autismus hin. Er griff zum Telefon und wählte eine Nummer. „Römer hier, ist unsere Kinder Psychologin im Haus?“ Die Stimme am anderen Ende der Leitung bejahte. „Ich brauche sie hier dringend, schicken sie sie mir bitte hoch.“ Der hagere, große Arzt ging nun wieder zur Liege, wo das Mädchen noch genauso unbeweglich saß, wie in dem Moment, als er das Zimmer betreten hatte. Die Hand fest zur Faust geballt. Die Neugierde darüber, was es wohl war, das dieses Mädchen auf keinen Fall hergeben wollte, war größer als die Sorge, dass das Kind das ganze Krankenhaus zusammenschreien würde. Und doch erschrak er fürchterlich vor diesem Ton, der immer lauter und höher wurde, sowie seine Hand, die des Mädchens ergriff. Das Kind schrie fürchterlich und Römer legte sich mit Schmerz verzehrtem Gesicht seine Hände auf die Ohren. Doch dann sah er entsetzt das Blut daran. Langsam lief im nun ebenfalls das Blut aus Ohren, Augen und Nase. Er krümmte sich vor Schmerzen und schrie: „Aufhören, verdammt höre auf damit!“Hinte ihm platzen einige Glasröhrchen und die Scheibe flog aus dem Medikamenten Schrank. Der Ton der aus diesem starr vor sich hin blickenden Mädchen kam, war kaum auszuhalten und Römer sprang schnell zur Seite, als die Scheibe nun auf den Boden krachte und in tausend Teile zersprang. Irgendwie geht das nicht mit rechten Dingen zu, dachte Römer, als der Schrei abrupt in dem Moment verstummte, indem sich die Zimmer Tür öffnete und Sarah Lehmann entsetzt auf das Chaos, sowie den blutenden Arzt starrte: „Was um Gottes Willen ist denn hier los?“fragte sie verstört.

 

Zweiter Band von den Geschichten rund um Joey und Swake Valley 
Dr. Kevin Evans nimmt, einem indischen Kollegen zuliebe, ein Waisen
Mädchen aus Indien auf. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall, bei dem dieses Mädchen schwer verbrannte. Doch niemand ahnt, welches geheimnisvolle Abenteuer, mit diesen Kind, wieder mal auf Swake
Valley zukommen wird. Wer sind diese Leute, die Rani beobachten? Und wer ist die alte Frau, die immer wieder versucht, mit dem Mädchen in Kontakt zu treten? Ist Rani gar nicht zur Erholung nach Swake Valley
geschickt worden, sondern um sie zu verstecken? Und wenn ja, vor wem? Kann  Joey, der kleine Engel von Swake Valley , seine neu gewonnene Freundin beschützen?


Geplant für 2019

Leseschnipsel 

(Rohfassung)


Dehli-Indien. 
Ajit stand mit gebeugtem Kopf vor dem Grab seines Bruders."Das haben sie dir nicht umsonst angetan,Ishan,"sprach er in die heiße, staubige Luft,die sich über diese letzte Stätte legte,"ich werde sie finden!" Ajit wischte sich eine Träne aus den Augen und sprach weiter:"Ich habe deine Tochter vorerst in Sicherheit gebracht.Ich hoffe sie denken Rani ist auch verbrannt, aber wenn ich an die Methoden dieser Drecksbande denke, haben die bestimmt schon heraus bekommen, dass das Kind überlebt hat!"

Ajit stellte nun die Vase mit den Blumen ab, die er mitgebracht hatte und verabschiedete sich. "Leb wohl, kleiner Bruder, ich werde dich und deine Frau rächen, das verspreche ich dir!" Langsam und gebrochen drehte er sich um und machte sich auf den Rückweg, in die laute, ihm so verhasste Stadt. Aber hier war sein Leben, hier arbeitete er hart, damit er sich irgendwann, jenseits der lauten Stadt, ein Leben aufbauen konnte, welches sein Bruder ihm schon lange vorgelebt hatte. Sein kleiner Bruder. Und doch sein Vorbild. Immer noch, auch, wenn er nun von ihm gegangen war. Wieder überkam ihm diese unbändige Wut. Er ballte seine Hände zu Fäusten, als er nun vor der Klinik parkte. Das werdet ihr bereuen, dachte er schmerzvoll, verdammt bereuen!

Swake Valley North Carolina

Es war eine sternenklare Nacht in Swake Valley. Sandy lag, die Arme unter dem Kopf verkreuzt, nachdenklich in ihrem Bett. Furchtbar, was dieses Kind mitmachen musste. Erst schämte sich Rani vor ihr, als sie dem Kind erklärte, sie müsste jeden Abend ihre Narben einschmieren, damit sie geschmeidig werden würden. Doch Joey hatte wieder auf dieses Kind eingeredet und ihm seine große Narbe an seinem Kopf gezeigt.

Er hatte ihr klar gemacht, dass sie doch wüssten, warum Rani diese Narben hat, und sie sie deshalb doch nicht weniger lieb haben würden.Und dass es wichtig wäre, dass diese Narben gesalbt wurden.

Als Rani dann nachgab, musste Sandy doch schwer schlucken, als sie sah, was das Feuer ihr verursacht hatte. Bis unter die Achseln hatten die tödlichen Flammen ihr erbarmungsloses Spiel getrieben und die zarte Haut dieses Kindes in einen Ort des Grauens verwandelt. Dick und wulstig zogen diese Narben an der Haut und nur dank der Chirurgen in Charlotte, war es Rani wieder möglich, ihre Arme richtig zu bewegen.

Das Kind hatte wahnsinniges Glück gehabt, dass die Flammen nicht noch Hals und Gesicht erreichen konnten. Trug Rani Shirt und Hosen, sah sie aus, wie ein ganz normales, gesundes Mädchen.Sandy seufzte und kuschelte sich an den schon schlafenden Kevin. Sie sollte jetzt auch besser versuchen zu schlafen, dachte sie, doch gerade als sie ihre Augen schloss, kam ein furchterregender Schrei aus Joeys Zimmer. Rani!

Sandy sprang mit beiden Beinen aus dem Bett und lief zur Schlafzimmertür hinaus. Kevin, der ebenfalls erwacht war, folgte ihr. Als sie die Türe zum Kinderzimmer aufrissen, fanden sie dort Joey auf Ranis Bett sitzend , der beruhigend auf das um sich schlagende Mädchen einredete.Sanft drückte er das weinende Mädchen auf ihr Kissen zurück. "Alles ist gut Rani, "sprach er," das war nur ein böser Traum." Sandy und Kevin traten an Ranis Bett. Sandy strich dem Mädchen liebevoll über den Kopf, Ranis Haar klebte feucht an ihrer Stirn, ihr ganzes Nachthemd war verschwitzt. "Das Feuer," flüsterte Rani nun,"es ist so heiß!"

Sandys Herz verkrampfte sich, als sie das zitternde Mädchen an sich zog. Das Kind musste die Hölle erlebt haben!"Hier bist du sicher, mein Schatz,"flüsterte sie an Ranis Ohr,"beruhige dich und versuche zu schlafen. Das war nur ein Traum. Morgen wird die Sonne scheinen und wir werden uns einen schönen Tag machen,ok?" Rani beruhigte sich etwas und sah Sandy mit ihren großen Augen an."Ja, Sandy.Ich will es versuchen." Und zu Joey gewandt sprach sie:" Danke Joey für deinen Trost und entschuldige dass ich dich wach gemacht habe." Joey lächelte das Mädchen an. "Ach was, Rani. Es sind doch Ferien und wir können ausschlafen. Alles halb so schlimm." Sandy schloss leise die Tür hinter sich und Kevin, und die restliche Nacht verlief dann auch ohne weitere Zwischenfälle.Am nächsten Tag saßen alle gemütlich am Frühstückstisch, nur Kevin war schon in die Praxis gefahren.Jeremy saß in seinem Hochstuhl und bewarf Joey lachend mit Gummibärchen, die er aus den Taschen seine sommerlichen Latzhose hervor gezaubert hatte. Joey der neben ihm saß, stimmte in das Lachen von seinem Bruder und Rani mit ein, gab dem Kleinen aber trotzdem zu verstehen, so wie seine Mom ihm das auch gelernt hatte, dass man mit Essen nicht spielen sollte."Hey du kleiner Racker,"meinte Joey zu ihm, und versuchte in seine Stimme Ernsthaftigkeit zu legen,"so etwas darf man nicht. Mit Essen sollte man nicht spielen!" Doch Jeremy scherte das keineswegs, und das nächste Bärchen flog nun Rani an den Kopf. "Bärchen Fugzeug"krächzte der Junge fröhlich, bis Sandy dem allen ein Schluss Strich setzte und sie dem Jungen die verklebten Gummibären aus der Hosentasche nahm."Pfui Jerm, das ist aber nicht nett, was du da machst!"


 

Arbeitscover 

Miraly-Im Land der Elfen-Der gestohlene Dezember


Hätte Leni jemand gesagt, dass sie in den Sommerferien Weihnachten feiern würde, sie hätte es nicht geglaubt! Doch alles ist möglich, ist die neue Freundin eine Elfen Prinzessin und deren Onkel ein verschrobener Erfinder. Vielleicht werden die Ferien bei ihrer Großmutter doch nicht so langweilig, wie Leni erst dachte. Und erst recht nicht, als sie erfährt, dass jemand im Elfen Land Weihnachten boykottiert. Wird es Leni und ihrer neuen Freundin Miraly gelingen, das Weihnachtsfest noch rechtzeitig zu retten?


Geplant für Weihnachten 2019

Leseschnipsel

Miraly, im Land der Elfen-Der gestohlene Dezember (Rohfassung)

Leni schmiss erst die Türe zu, und dann Ihren Ranzen in die Ecke. Ferien! Endlich! Sechs Wochen ohne Fräulein Schubert! Und drei Wochen Korsika! Der erste Urlaub seit drei Jahren! Endlich konnte sich ihr Vater mal von seinem Geschäft lösen und einfach nur für die Familie da sein. Er arbeitete viel und schwer, um Leni und ihrer Mutter ein angenehmes Leben zu bieten. Leni lief nun Richtung Küche. Wo war denn Mama nur? Sonst hörte sie schon ihr fröhliches Singen, sowie sie nur den Flur betrat, heute jedoch empfing sie nur ungewohnte Stille. „Mama, wo bist du?“ rief sie nun, doch niemand antwortete. Komisch, dachte sie, Mama wusste doch, dass sie zu Ferienbeginn nur zwei Stunden Schule hatten, und sie war immer zu Hause, wenn Leni Mittags heim kam. Leni schaute kurz in den Spiegel der Flurgarderobe. Ja, Susi hatte recht. Das kurze blonde Haar stand ihr sehr  gut und betonte ihre großen grünen Augen. Erst war Leni gar nicht so begeistert gewesen, als ihre Mutter ihr vorschlug, für den Urlaub die Haare abzuschneiden. Das wäre besser bei der Hitze und auch leichter zu frisieren, hatte sie gemeint. Wo Mama recht hat, hat sie recht, dachte Leni und nachdem sie nun in jeden Zimmer nachgeschaut hatte, stand fest, Mama war nicht da! Gerade als Leni überlegte, ob sie ihre Mutter auf dem Handy anrufen sollte, hörte sie, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde. Mama! Dachte sie freudig, doch die Frau, die jetzt in den Flur trat, war nicht Mama. Das war eine Polizistin! Leni schaute erschrocken zu der Polizei Beamtin. „Was ist passiert?“ fragte sie ängstlich. Wenn die Polizei nach Hause kommt, ist doch immer was passiert! Die junge Beamtin schaute Leni mitfühlend an und stellte sich erst mal vor:“Hallo, Du musst Leni sein, ich bin Susanne Reinhart.“ Sie reichte Leni ihre Hand, die diese zitternd ergriff:“Wo ist meine Mutter?,“ fragte Leni ängstlich,“ist ihr etwas passiert?“ Frau Reinhart strich dem elfjährigem Mädchen beruhigend über den Kopf:“Nein, nein. Deine Mutter geht es gut. Aber Dein Vater hatte einen schweren Unfall und wollte in eine Spezialklinik in der Schweiz; und deine Mutter ist mit geflogen. Sie bat mich, dir ein paar Sachen zusammen zu packen und Dich zu deiner Großmutter zu bringen.“ Leni sah sie entsetzt an.“Papi,“sagte sie nun und senkte die Augen,“wir wollten in Urlaub fahren.“ Susanne schüttelte traurig den Kopf:“ Das wird wohl jetzt nichts, Leni. Dein Vater wird Wochen brauchen um zu genesen.“ Nun musste Leni doch weinen. Papa ein Unfall und schwer verletzt, Mama nicht zu Hause und ein ins Wasser gefallener Urlaub! Na, die Sommerferien fingen ja toll an! Und nun sollte sie zu Oma Lehnchen, die sie zwar sehr mochte, bei der es aber sicher sehr langweilig den Sommer über werden würde. Leni seufzte, fügte sich aber dann:“Na, dann werde ich mal meinen Koffer packen,“schluchzte sie,“ ich habe ja keine andere Wahl.“ Susanne schüttelte den Kopf:“Nein, Leni, leider nicht.“



Als sie eine Stunde später bei ihrer Großmutter ankamen, stand diese schon wartend am offenen Tor. Ihre Tochter hatte sie telefonisch darüber informiert, was vorgefallen war. Leni sprang aus dem Auto, direkt in die offenen Arme ihrer geliebten Omi.“Ach Omi,“schluchzte sie, „ist das nicht alles ganz furchtbar?“ Lehnchen Malmer drückte ihre Enkelin fest an sich:“Ja, mein Schatz, ganz schlimm ist das, was Deinem Vater passiert ist.“ Dann begrüßte sie Susanne, die Lenis Koffer abstellte und der alten Dame ihre Hand reichte:“ Guten Tag Frau Malmer, ich bin Susanne Reinhart und wurde beauftragt Leni zu Ihnen zu bringen.“ Lehnchen Malmer strich eine ergraute Haarsträhne aus ihrem Gesicht. „Ja, meiner Tochter hat mir schon Bescheid gegeben.“erklärte sie der Polizistin. Susanne lächelte sie an:“ Ich muss dann auch schon wieder los,“sprach sie und winkte Oma Lehnchen und Leni zu,“ trotz allem schöne Ferien, Leni.“ „Danke,“ winkte Leni murmelnd zurück. Was sollen das wohl für Ferien werden, hier auf dem Dorf, dachte sie.Hier gab es ja noch nicht mal ein Mädchen in ihrem Alter. Doch da hatte ihre Großmutter eine Überraschung für sie parat. Als sie zusammen beim Abendbrot saßen, rückte sie damit heraus. Kauend sah sie ihre Enkelin an:“ Du kennst doch Frau Schauer, vom Nachbarhof?“fragte sie Leni und schluckte den Rest ihres Leberwurstbrotes hinunter. Leni nickte:“Klar, kenne ich sie, warum?“ Leni schnappte sich noch eine der schwarzen Oliven aus dem kleinen Schälchen mit dem Rosen Dekor, sie liebte Oliven.Oma Lehnchen schenkte sich von dem Hagebuttentee nach.Leni jedoch winkte ab, als sie auch ihr die Tasse auffüllen wollte. Eine Tasse von dem Zeug langte ihr! Oma Lehnchen stellte die Kanne ab und lächelte Leni zu:“ Frau Schauer hat eine Enkelin, die in Irland lebt. Diese Ferien wird sie hier verbringen , bei ihrer Großmutter und ich habe mir gedacht wir könnten sie doch mal einladen, vielleicht könnt ihr ja Freundinnen werden.“Fragend schaute sie Leni an. Diese horchte interessiert auf. Ein Mädchen aus Irland. Das klangt interessant! Vielleicht würden die Ferien doch nicht so langweilig werden. Aufgeregt sah sie nun ihre Großmutter an:“Klar Omi, sehr gerne, wie heißt sie denn?“ Oma Lehnchen dachte nach:“ Hm, warte da muss ich überlegen. Der Name war mir total unbekannt. Irgendwas mit M. Ma, Mu,nein, Miraly war es!“ fiel ihr nun der Name des Mädchen wieder ein.Leni sprang auf.“Was für ein wunderschöner, geheimnisvoller Name, Omi!“ rief sie. Nun konnte sie kaum mehr abwarten, das Nachbarmädchen einzuladen.

Die erste Nacht bei der Großmutter verbrachte Leni mit wirren Träumen. Träumen vom Unfall des Vaters, von grünen Wiesen in Irland und von dem geheimnisvollen Mädchen Miraly. Miraly!dachte sie nun freudig, als ihr die Sonne an der Nase kitzelte und sie dadurch richtig wach geworden war. Heute Nachmittag würde sie sie besuchen kommen! Schnell schlug Leni die Decke weg und sprang fröhlich aus dem Bett. Ferien! Auch wenn das schlimm war, was ihrem Vater passiert war,irgendwie fühlte Leni, dass diese Ferien etwas ganz besonderes werden würden.Es war Drei Uhr am Nachmittag, als es endlich an der Türe klopfte.Schnell sprang Leni von ihrem Stuhl, rannte durch den Flur, riss ihre Großmutter fast um, und öffnete die Tür. Doch was war das? Leni petzte ihre Augen zusammen und rieb sie ungläubig. Dort vor der Türe stand ein glitzernder Lichtstrahl!In den schönsten Regenbogen Farben!Kurz blendete er Leni und sie schloss erschrocken die Augen. Doch dies war nur eine Sache von Sekunden und Leni fragte sich, ob sie nicht vielleicht nur geträumt hatte, als der Strahl sich nun auflöste und ein paar goldenen Locken zum Vorschein kamen.Diese umrahmten das schönste Gesicht, das Leni jemals gesehen hatte! Leni blickte in zwei wunderschöne große blaue Augen, die fast schon ins Lilafarbene übergingen. Umrahmt waren diese, mit langen, dunklen Wimpern und ein süßes Stupsnäschen saß über rosafarbenen, wohl geschwungenen Lippen. Das Haar war goldblond, lang und lockig mit einem bläulichen Schimmer. Wo kam dieser bloß her? Das geheimnisvolle Mädchen riss Leni nun aus ihren Gedanken und sprach sie freundlich lächelnd an. „Hallo, Du musst Leni sein. Ich bin Miraly.“ stellte sie sich vor und reichte Leni ihre Hand. „Ja, ich habe Dich schon erwartet Miraly, komm doch erst mal hinein.“ forderte Leni sie nun lächelnd auf. Leni war aufgeregt wie lange nicht mehr, als das Nachbar Mädchen nun auch Oma Lehnchen begrüßte und ihnen dann in die gute Stube folgte, wie Oma Lehnchen ihr Wohnzimmer nannte. Als beide nun Platz genommen hatte, brachte Oma Lehnchen den Kuchen und Kakao und sah die Mädchen freundlich an:“Ich lasse euch erst mal alleine, damit Ihr Euch kennenlernen könnt.“ meinte sie lächelnd und ging zurück in die Küche. Leni rutschte aufgeregt auf ihrem Stuhl hin und her.Sie hatte so viel Fragen an Miraly. Heimlich sah sie das blonde Mädchen an. Das war komisch! Da lag wirklich ein blauer Schimmer um ihr Haar! Leni musste Miraly einfach danach fragen:“Sag mal,  Miraly, bilde ich mir das ein, oder hat dein blondes Haar einen blauen Schimmer?“ Miry schaute Leni erstaunt an:“Das kannst du sehen?“ fragte sie mit ungläubigen Augen.Nun war Leni verdutzt. „Warum sollte ich es nicht sehen können, wenn es doch vorhanden ist?“ Miry sah Leni mit ihren ungewöhnlichen Blau-lila Augen an:“Das verrate ich Dir vielleicht später mal,“sprach sie,“ und nenne mich doch bitte Miry.“Leni war ratlos. Na toll, da fing ihre Freundschaft gleich mit einem Geheimnis an! Doch die Aussicht, doch noch Mirys Geheimnis erfahren zu dürfen, stimmte Leni milde und so sprach sie:“Gerne nenne ich dich Miry, wenn du das möchtest.Erzählst du mir ein wenig von Irland?“fragte sie nun neugierig. Miry nickte und stellte ihren Kakao ab. „Irland ist das schönste Land das ich kenne,“schwärmte sie,“wunderschöne Natur, viel Grünes Land und herrliche Küsten. Und ganz viel Magie.“ schloss sie ihre Beschreibung. „Magie?“ fragte Leni erstaunt. Miry sah Leni geheimnisvoll an:“Ja, Magie!,“ bestätigte sie Lenis Frage,“es kann sie nur nicht jeder sehen.“ Leni legte ihren Kuchen, von dem sie gerade abbeißen wollte, verstört zurück auf ihren Teller.“So, wie das Leuchten von deinem Haar?“ fragte sie Miraly. Diese jedoch zwinkerte ihr nur zu:“Vielleicht.“ meinte sie mit einem verschmitzten Lächeln und drehte eine ihre Locken um ihren Finger.Und wieder sah Leni es! Rund um die Haarsträhne war ein blaues Leuchten! Leni nahm sich vor, Oma Lehnchen zu fragen, ob auch sie es sah.Oder wirklich nur sie es sehen konnte.Aber jetzt erstmal, wollte Leni Miry ihr Zimmer zeigen,welches früher ihrer Mutter gehört hatte. Sie ergriff Mirys Hand und zog sie vom Stuhl:“ Komm Miry, ich zeige dir mein Zimmer!“


Am Abend, als Miry längst schon wieder zu Hause war, dachte Leni immer noch über dieses sonderbare Mädchen nach.Viel hatte sie nicht mehr aus ihr herausbekommen, als sie zusammen in Lenis Zimmer saßen und Leni Miry ein wenig über sich, sowie auch Vaters Unfall erzählte. Doch eine Gemeinsamkeit hatten die Mädchen schon entdeckt, als Leni Miry ihre Elfen Bildchen Sammlung zeigte. Beide mochten Elfen! Leider stand Lenis Porzellan Elfen Sammlung zu Hause, und so konnte sie diese Miry nicht zeigen, aber Miry war schon alleine von den vielen Poesie Bildchen entzückt. „Glaubst du eigentlich an Elfen?“ hatte sie Leni gefragt und diese hatte verneint:“Nein, nicht wirklich. Aber ich finde sie wunderschön!“hatte sie mit einem strahlenden Lächeln erwidert. Miry hatte darauf nur ganz abwesend auf die Bildchen geschaut und  geflüstert:“Vielleicht gibt es sie ja doch.“ Aber dies, hatte Leni gar nicht mitbekommen. Dann hatte man sich verabschiedet und für den nächsten Tag ein Treffen bei Miry ausgemacht. Nun also saß Leni mit ihrer Großmutter am Tisch, auf dem das Abendbrot stand.Leni schaute abwesend auf den Aufschnitt, dann schaute sie Oma Lehnchen fragend an und fragte:“ Sag mal, Omi, hast du auch diesen leichten blauen Schimmer auf Lenis Haar bemerkt?“ Die alte Dame schaute Leni erstaunt an:“Was für einen blauen Schimmer, mein Kind?“wollte sie wissen. Doch Leni winkte ab:“Ach, ist schon gut,Omi.“ Wenn ihre Großmutter den blauen Schimmer nicht gesehen hatte, fand Leni es besser, vorerst darüber nichts mehr zu erwähnen. Irgendwann, so hoffte sie, würde Miraly sie schon aufklären, was es damit auf sich hatte.


Am nächstens Tag machte sich Leni dann freudig auf den Weg zum Nachbarhaus. Miraly meinte gestern zu ihr,sie solle ihren Badeanzug mitnehmen, ihre Großmutter hätte einen Pool im Garten.Und dass Miralys Onkel Rudolf, der noch zu Hause bei seiner Mutter lebte, heute Nachmittag auch grillen wollte und Leni darum nicht so viel zu Mittag essen sollte. Das fiel Leni heute nicht sehr schwer, denn es gab Linsensuppe bei Oma Lehnchen, und diese, mochte sie überhaupt nicht. Nun aber, lief sie fröhlich singend, zu dem Haus von Miralys Großmutter. Das kleine Backsteinhaus war umrahmt von einem großen Garten, aber auf der Vorderseite war kein Swimmingpool zu sehen. Na, dachte Leni, dann befindet sich dieser wohl hinter dem Haus. Sie öffnete das unverschlossene Tor und klopfte an die Türe. Aber nicht Miraly oder ihre Großmutter öffneten diese für Leni, nein, das war ein junger Mann, der das Aussehen eines alten Professors hatte! Im Gegensatz zu seinen wohl erst dreißig Jahren, umrahmten seinen Kopf nur noch ein paar wirr abstehende blonde Haare,die Nickelbrille saß schief auf seiner großen Adlernase und seine karierten Hosen wurden von altmodischen Hosenträgern gehalten und sein rotes Hemd hing halb aus dem Hosenbund. Leni musste sich sehr zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. Dieser Mann, der wohl Onkel Rudolf sein musste, sah aber auch zu witzig aus. Miraly, die nun hinter ihrem Onkel erschien, stellte beide vor und bat Leni dann, erst mal mit auf ihr Zimmer mit zu kommen. Dort angekommen konnte Leni nicht mehr und prustete heraus:“ Sag mal, warum sieht dein Onkel denn aus wie ein verwirrter Professor?“ Miraly musste mitlachen. „Hahaha, ja, mein Onkel Rudolf ist schon so eine Marke,da hast du recht, aber ein ganz lieber Mensch. Professor passt, er ist immer am Irgendwas erfinden unten in Omas Keller.Ich darf dort aber nicht rein,“ meinte sie traurig,“ das macht mich natürlich noch neugieriger, als ich schon bin.“ „Oh,“ meinte Leni darauf,“ das klingt ja spannend.“ Sie setzten sich auf Miralys Bett und Leni nahm eine von Miralys Haarsträhnen in ihre Hand.“Wirst du mir nun verraten, warum dein Haar blau leuchtet? Und warum nur ich das sehen kann? Großmutter nämlich, die sieht es nicht.“wollte sie nun von Miraly wissen. Miraly schüttelte den Kopf. „Noch nicht, Leni,“meinte sie, „ich muss mir erst ganz sicher sein.“ „Sicher worüber?“ fragte Leni erstaunt. Das wird ja immer geheimnisvoller,dachte sie und sah Miraly fragend an. „Auch das kann ich dir erst sagen, wenn ich sicher bin.“ erklärte diese. Nun verstand Leni gar nichts mehr. „Und wann bist du dir sicher, über das, was du erst sagen möchtest , wenn du eben sicher bist?“ Gott, was für eine umständliche Frage, dachte Leni und musste über sich selber lachen. Miraly stimmte ihn Lenis Lachen mit ein. „Geduld, Geduld.“ prustete sie heraus und sprang vom Bett auf. „Komm, gehen wir schwimmen, ich hoffe du hast deinen Badeanzug mitgebracht.“ „Klar,“ gab Leni zurück; und nachdem beide sich umgezogen hatten, gingen sie hinaus in den hinteren Garten. Gott, ist das schön hier, dachte Leni, als sie nun barfuß hinaus auf die Terrasse trat. Palmen artige Pflanzen in Kübeln standen dort, bunte Blumen Beete an den Seiten, riesige weiße Windlichter , eine Hollywoodschaukel, sowie ein gemütlicher Strandkorb.Und auf der Wiese standen ein Grill , sowie ein Garten Sitz Garnitur mit großem Sonnenschirm. Und dort dahinter stand er, der Swimmingpool! Leni kannte zwar kein Neid, aber so einen Garten hätte sie auch gerne! Sie drehte sich zu Miraly um, die gerade durch die Terrassen Türe kam:“ Mensch Miry,“sagte sie begeistert,“ du hast ja das reinste Paradies bei deiner Oma!“ Miraly strahlte Leni stolz an. „Ja,“, meinte sie fröhlich und ergriff Lenis Hand,“und noch schöner wird alles mit einer Freundin.Komm,lass uns schwimmen gehen!“ Hand in Hand und laut jauchzend, sprangen die beiden nun in das kühle Nass. Der Pool war groß genug um dort drinnen wirklich schwimmen, und nicht nur plantschen zu können. Herrlich! Leni und Miraly lachten laut, als sie sich jetzt gegenseitig mit Wasser bespritzten. Heisa, machte das einen Spaß bei dieser Hitze!Mitten in ihrem fröhlichen Spiel, trat nun Frau Schauer, Miralys Großmutter, zu ihnen an den Swimmingpool. Frau Schauer war eine rundliche kleine Frau mit ergrauten Haar, die nicht nur guten Kuchen backte, sondern ihn auch gern und viel aß, wie unter der bunten Schürze, die sie trug, gut zu sehen war. Das Bäuchlein und die rosigen fleischigen Wangen jedoch, gaben dieser freundlichen Frau ein gemütliches und gütiges Aussehen. „Ach, deine neue Freundin ist ja schon da!“rief sie fröhlich über den Rand des Pools,  und winkte Leni grüßend zu. Leni winkte fröhlich aus dem Wasser zurück:“Hallo Frau Schauer, tollen Garten haben Sie!“ „Danke,“antwortete Miralys Großmutter,“ich war in der Küche Kuchen backen für Sonntag. Rudolf schmeißt sicher bald den Grill an, wenn er sich mal von seinen Erfindungen lösen kann.“lachte sie. Leni und Miraly lachten zurück. „Was erfindet Onkel Rudolf denn so?“ fragte Leni neugierig, doch Frau Schauer winkte nur stirnrunzelnd ab:“ Ich glaube, dafür gibt es gar keine Namen, aber Manches wirst du bestimmt noch kennenlernen!“ Frau Schauer griff nun in ihre Kittelschürze und brachte zwei gelbe Eier zum Vorschein. Diese hielt sie nun Leni und Miraly hin. „Das soll ich euch beiden von Onkel Rudolf geben.“sprach sie. Erstaunt nahmen die Mädchen die Eier entgegen und sahen sich fragend an. Was soll das bloß sein?“ Sie schüttelten die Eier, hielten sie lauschend ans Ohr, aber zu hören war nichts.“ Miraly sah ihre Großmutter an:“Was um Gottes Willen soll das sein Großmutter?“fragte sie. Frau Schauer zuckte mit den Schultern.“Keine Ahnung, Kind. Rudolf meinte, ihr würdet das nachher brauchen.“ „Ja aber, für was braucht man denn gelbe Eier?“ fragte Leni erstaunt. Die Antwort kam nun von Onkel Rudolf selber, der soeben am Swimmingpool erschien. „Das sind fleißige Bienchen!“ meinte er stirnrunzelnd,“ihr könnt sie gleich mal ausprobieren.“ Die Mädchen sahen sich an. Eier, Bienchen, ja was denn nun? Onkel Rudolf fiel ein, dass er den Mädchen ja gar nicht mitgeteilt hatte, wie sie diese fleißigen Bienchen behandeln sollten. „Ihr müsst dreimal auf diese Eier klopfen, dann werden die Bienchen wach. Und dann, dann sagt ihr ihnen, was sie tun sollen!“ Leni sah Onkel Rudolf ungläubig an. Fantasiert dieser Mann? So was gab es doch nur in Märchen! Miraly jedoch, die ihren Onkel besser kann, klopfte dreimal gegen das Ei. Lenis Augen wurden immer größer, als sie wahr nahm, wie darauf Mirys Ei begann, sich nun quietschend zu öffnen. Das gibt es doch gar nicht! Das gelbe Ei in Miralys Hand öffnete sich langsam in der Mitte. Die zwei Ei Hälften bogen sich nach unten und hervor kam ein gestreifter schwarz gelber Körper aus Stahl. Aus diesem bohrte sich ein Propeller nach oben und zwei Flügel zur Seite hinaus. Unter den Flügeln befanden sich Greifarme. Der Kopf des fleißigen Bienchen glühte im roten Licht und machte komische piepsende Laute. Leni hielt den Atem an. Das war eine Art Roboter !!  Miraly sah erst ungläubig auf ihre Hand, und dann zu ihrem grinsenden Onkel.“Und nun?“fragte sie ihn aufgeregt. „Sag ihr was sie tun soll!“ erwiderte Onkel Rudolf. Miry überlegte kurz dann hob sie ihre Hand, und schaute dieses piepsende Ding an. „Gehe und hole mir mein Handtuch von Stuhl!“ Nichts! Es tat sich absolut nichts! Onkel Rudolf erklärte auch gleich wieso das so war:“Du musst den Satz immer mit liebes Bienchen beenden.“ meinte er zu Miraly. Leni und Oma Schauer sahen nun gespannt auf das Bienchen, als Miry den Satz nochmals wiederholte:“ Gehe und hole mir mein Handtuch von Stuhl,liebes Bienchen!“ Alle erschraken leicht, als das Licht des Bienchens nun wie wild flimmerte,und dann dieses Etwas auch noch zu sprechen anfing !“Bienchen hat verstanden, Bienchen holt das Handtuch!“ Darauf hin fing der Propeller des Bienchens an sich zu drehen, es erhob sich und flog aus Miralys Hand. Neugierig verfolgten vier Augenpaare dieses Tierchen aus Stahl,welches nun wirklich in Richtung des Stuhles flog, auf dem die Mädchen die Handtücher gelegt hatten. Über einem diese Handtücher blieb das Bienchen in der Luft stehen, streckte seine Greifarme aus und schnappte sich das Handtuch. Dann flog es zurück zu Miraly, die stumm,mit vor Staunen offenen Mund das Handtuch entgegen nahm. Doch was war das? Das Bienchen piepste aufgeregt vor sich hin und schüttelte seinen Bauch. Was wollte es? Fragen sah Miraly zu ihrem Onkel:“Was will es?“ fragte sie. Leni schubste Myri leicht an und flüsterte ihr etwas ins Ohr, worauf Miraly ganz rote Wangen bekam. Natürlich, sie hatte vergessen, sich zu bedanken! Das holte sie jetzt nach, worauf das Bienchen fröhlich aufleuchtete und sich wieder zusammenklappte.“Uff!“ war alles was die Mädchen nun heraus bekamen.Leni schaute auf ihr Ei und dann zu Onkel Rudolf.“Darf ich das behalten?“ fragte sie den verschrobenen Erfinder. Dieser nickte.“Ja, sicher, die gehört jetzt dir!“ Glücklich sah Leni auf ihr Ei. Das würde ihr doch keiner glauben! Das musste sie Omi zeigen, aber jetzt erst mal raus aus dem Wasser. Schwimmen macht hungrig! Frau Schauer reichte Leni ihr Handtuch, das sie vom Stuhl geholt hatte. Die Mädchen trockneten sich ab und liefen dann schnell ins Haus um sich umzuziehen, während Onkel Rudolf den Grill anzünden wollte. Leni ließ sich auf Miralys Drehstuhl fallen und musste erst mal zu sich kommen. „Das ist der Wahnsinn,“meinte sie zu ihrer neuen Freundin,“ dein Onkel ist der Knaller!“




In Planung 








Gute Nacht Geschichten ab 3
Manchmal, wenn es Plitsch Platsch, plitsch Platsch macht auf dem nassen Feld Boden, da kann man sie sehen. Und psssst, wenn ihr ganz leise seid, vielleicht sogar hören. Hören wie sie laut Jauchzen vor Freude, da es endlich wieder regnet und sie hinauskönnen: Gab es doch seit Wochen keinen Regen mehr und die Dunkelheit unter der Erde macht Einen nur melancholisch. Nun fragt ihr euch sicher, von wem denn hier bloß die Rede ist? Nun, ich rede von den Regen Würmchen, die unter der Erde leben. Eigentlich ist es jedoch ein ganz bestimmtes Regen Würmchen von dem ich euch erzählen möchte Und ein ganz tapferes noch dazu. Und dieses Regen Würmchen heißt Maxi und erlebt das Abenteuer seines Lebens. Und davon möchte ich euch erzählen.
Maxi saß auf seinem Stühlchen in der Küche seiner Mutter und hätte er Hände, er würde jetzt sicher darauf seinen Kopf stützen, der müde und mit einem mürrischen Gesicht Ausdruck auf seinem restlichen Körper saß. Maxi war ein kleiner Regen Wurm und wie man weiß, haben diese ja weder Arme noch Beine. Und somit gab es auch keine Hände zum Kopf abstützen. Also legte Maxi murrend seinen Kopf auf dem Stuhl Lehne. Der Stuhl auf dem Maxi saß, war schon sehr alt, schon Maxis Großvater saß damals als Kind darin, wenn er, genau wie Maxi, mal wieder ungeduldig auf Regen wartete. Wenn der Regen kam, dann füllte dieser die Unterirdischen Gänge, in denen die Regenwürmer lebten, und schwemmte sie an die Oberfläche. Das war jedes mal total aufregend für die Regenwurm Kinder, denn dann konnten sie endlich den Himmel sehen und draußen spielen. Im Gegensatz zu den Menschen Kindern spielten Regenwürmer Kinder, nämlich gerne im herrlichen Nass.